„Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein leben, sondern Gott es mit uns lebt“.

Alfred Delp

Auf der Suche nach der Hoffnung begegnete mir vor kurzem dieser wunderbare Zuspruch von Alfred Delp. Wo finde ich Hoffnung, die hält und bleibt, die trägt und mehr schenkt als nur pure Lebensbewältigung? Keine zuversichtliche, billige und positive Erwartungshaltung, die enttäuscht werden kann, sondern etwas worauf ich mich stützen kann, wenn das Leben anders läuft als erdacht und gewünscht? 

Wir alle brauchen immer wieder Hoffnung im Herzen: Hoffnung auf bessere Zeiten, in diesem trockenen Sommer ganz besonders Hoffnung auf Regen und ein Ende der verheerenden Waldbrände, Hoffnung auf Versöhnung, Heilung, Versorgung, einen neuen Arbeitsplatz, Liebe, Freude, Gemeinschaft, Gottes Reden und Wirken, die Erfüllung unser Träume und Sehnsüchte. Sich die Hoffnung in schweren Zeiten zu bewahren ist nicht immer leicht. Doch was wäre die Welt und der Mensch ohne sie?

Wo brauchst Du gerade einen neuen Hoffnungsschimmer am Horizont?
Welcher Bereich in Deinem Leben fühlt sich hoffnungslos an?

 

Ich kenne die Momente der Hoffnungslosigkeit, wo es scheinbar keinen Grund zur Freude gibt und das Herz voll Trauer ist. Zeiten der Enttäuschung und ungelösten Fragen auf meinem Lebensweg. Ein Ringen um jeden neuen Tag mit der Ungewissheit, die die Hoffnungslosigkeit mit sich bringt.

Und dennoch darf ich im Rückblick sehen, wie Jesus mich immer wieder treu und barmherzig, voller Liebe durch diese tiefen Täler durchgetragen und begleitet hat. Ich durfte Frieden erfahren über manch schwere Wegführung, Neues entdecken und Segen erfahren, Momente der Freude genießen und Wunder erleben auf vielfältige Weise. 

Wo hast Du Gottes Eingreifen und Hilfe bereits erlebt?
Machen diese Erfahrungen für Dich einen Unterschied, 
wenn Du vor neuen Herausforderungen stehst?

So ein Rückblick ist Balsam für unsere Seele und nährt die Hoffnung in uns. Für das Volk Israel war es von Anbeginn der Zeit wichtig sich immer wieder an Gottes Wirken zu erinnern. Wir können die Täler auf unserem Lebensweg nicht vermeiden, da wir noch hier in der Welt sind und noch nicht bei Jesus Christus in der Ewigkeit. In Jeremia 29,11 lesen wir die bekannte Verheißung: 

„Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe“, spricht der HERR. 
„Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung“.

 

In der Bibel ist die Hoffnung nicht auf sichtbare, vergängliche Güter begrenzt, sondern auf Gott und seinen Heilsplan ausgerichtet. Die Hoffnung als Kinder Gottes ist tiefer, als die Erwartungshaltung der Gesellschaft. Sie verschließt nicht die Augen vor der Wirklichkeit und schwieriger Lebenssituationen, sondern richtet ihren Blick auf Gott und sein Eingreifen. Beim Schreiben kam mir der Gedanke, dass beides seinen Platz in meinem Leben hat. Leidvolle Erfahrungen, aber gleichzeitig auch wieder ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft und auf mein Leben. Ja, es kostet Mut seinen Blick wieder nach vorne zu richten. Es kostet Kraft erlebtes zu verarbeiten. Aber unser Gott ist treu und er stellt sich an unsere Seite, wenn wir uns auf ihn und auf den Weg, der vor uns liegt, ausrichten.

An welcher Stelle brauchst Du gerade eine bewusste Neuorientierung 
und einen ersten hoffnungsvollen Schritt? 
Gibt es vielleicht jemanden, der Dich dabei begleiten und unterstützen kann?

Gott uns hat uns nicht alleine in diese Welt gestellt, sondern in ein soziales Umfeld von Ehe, Freunden, Familie etc. Wenn es uns an Hoffnung fehlt, gibt es immer wieder Möglichkeiten der Hilfestellung, im Zweifelsfall auch seelsorgerliche professionelle Beratung. Um Hilfe und Unterstützung zu bitten ist eine nicht kleine Hürde, aber wie erleichternd ist es, den schweren Ballast auf dem Herzen nicht alleine tragen zu müssen. Wir brauchen auf unserem Lebensweg immer wieder Mutmacher an unserer Seite, die für uns hoffen, wenn wir es gerade nicht können und im Gebet für uns vor Gott einstehen. 

Gibt es jemanden in Deinem Umfeld, der gerade eine Ermutigung 
oder einen hoffnungsvollen Zuspruch benötigt?

Wir leben in einer Zeit, in der es gefühlt an guten Nachrichten und einer positiven Erwartungshaltung in die Zukunft mangelt. Umso mehr braucht es mutige Christen, die die lebendige Hoffnung verbreiten, die wir in Jesus Christus finden. Vielleicht können uns da die Glaubenshelden aus der Bibel oder auch Personen wie Alfred Delp und andere ein Vorbild sein. Egal in welcher Zeit wir auch leben, es gibt eine Hoffnung, die größer ist als alle Versprechungen in der Welt.

„Da wir nun durch den Glauben von Gott für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch das, was Jesus, unser Herr, für uns tat. Christus hat uns durch den Glauben ein Leben aus Gottes Gnade geschenkt, in der wir uns befinden, und wir sehen voller Freude der Herrlichkeit Gottes entgegen. Wir freuen uns auch dann, wenn uns Sorgen und Probleme bedrängen, denn wir wissen, dass wir dadurch lernen, geduldig zu werden. Geduld aber macht uns innerlich stark, und das wiederum macht uns zuversichtlich in der Hoffnung auf die Erlösung. Und in dieser Hoffnung werden wir nicht enttäuscht werden. Denn wir wissen, wie sehr Gott uns liebt, weil er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.“

Römer 5,4-5

Bei der Vorbereitung auf diese Andacht habe ich die nachfolgenden Zeilen geschrieben. Und am Abend wurden sie vom Himmel her in einem wundervollen doppelten Regenbogen beantwortet. Für mich persönlich ein Zeichen Gottes großer Liebe und das wünsche ich mir auch für Euch, dass Ihr mitten in Herausforderungen, Wüstenzeiten immer wieder Gottes Fürsorge und Liebe entdecken könnt. Möge er seine schützenden Hände über Euch halten, Euch segnen und Euch erfüllen mit einer Hoffnung, die alles überwindet. 

„Mein Symbol der Hoffnung. Hoffnung ist wie ein Regenbogen der nach einem Gewitter am dunklen Himmel leuchtet, mal hauchzart und durchscheinend, mal kräftig und stark. Er erinnert mich an Gottes Fürsorge und an seine große Liebe. Niemals lässt er mich alleine und auch in den größten Stürmen meines Lebens, gibt es mittendrin seinen glitzernden, bunten Hoffnungsschimmer, der mir Trost schenkt und mich neue Zuversicht fassen lässt. Mutig und hoffnungsvoll darf ich nach vorne schauen, mit dem Wissen, Jesus geht an meiner Seite, Schritt für Schritt hält er mich an seiner starken Hand.“

Welches Symbol der Hoffnung begleitet Dich auf Deinem Lebensweg?
Vielleicht ist es auch ein Bibelvers, der Dir immer wieder begegnet 
und Dir zeigt wie sehr Gott Dich liebt?  


Hoffnungsvolle Grüße von Marion
für September / Oktober 2026

Bilder: 
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privat